Über uns - Integratives Zeltlager Reutersbrunn
Integration, was ist das?
Begriffsklärung
Integration bedeutet in der Soziologie die Wiederherstellung eines Ganzen durch Prozesse, die das Verhalten und Bewusstsein nachhaltig verändern. Integration kann einerseits zwischen einzelnen Individuen gegenüber Gruppen, andererseits zwischen Gruppen, Schichten, Rassen, Kulturen und Klassen innerhalb einer Gesellschaft untereinander und weiter noch zwischen verschiedenen Gesellschaften stattfinden. Ziel jeglicher Integration ist die Herausbildung neuer sozialer Strukturen und sozialer Ordnungen.
Philosophie
Unser Ziel ist es nicht, wie die Begriffsklärung vielleicht vermuten lässt, die Schaffung neuer sozialer Ordnungen, sondern behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen angenehme 10 Tage der Sommerferien zu bieten. Um diesem Anspruch aber für beide Zielgruppen gerecht zu werden, ist es nötig, ein spezielles Programm anzubieten, bei dem sich behinderte Kinder nicht ausgegrenzt fühlen, und nichtbehinderte Kinder trotzdem gefordert sind. Es ist nicht immer einfach, den Spagat zu schaffen, ein anspruchsvolles Programm zu schaffen, welches sowohl für ein 10-jähriges Mädchen, als auch für einen 14-jährigen Jungen gleichermaßen anspruchsvoll wie lösbar ist. Deshalb ist auf dem integrativen Zeltlager in Reutersbrunn auch ein größeres Betreueraufgebot zu finden wie es z. B. auf nicht-integrativen Ministranten- oder Pfadfinderzeltlagern der Fall ist. Das Programm macht es erforderlich, dass bisweilen schon 3 Monate vor dem Lager damit begonnen wird, Geschichten, Spiele, Stationen, Workshops und Aktivitäten detailliert zu planen, Material zu beschaffen, "Drehbücher" zu schreiben und ggf. zusätzliches Personal zu organisieren.
Praxis
Seit dem Start des integrativen Zeltlagers Reutersbrunn im Jahre 1992 wurde am Gesamtkonzept des Zeltlagers kaum etwas verändert. Es gibt beispielsweise keine getrennten Behinderten- und Nichtbehinderten Zeltgruppen, sondern nach dem Motto "Mittendrin statt nur dabei" werden kleine Familiengruppen gebildet, in denen behinderte wie nichtbehinderte Kinder und Jugendliche die 10 Tage gemeinsam verbringen. Am Tisch wird zusammen gegessen. Im Bad wird zusammen Zähne geputzt. Auch die Freizeitaktivitäten wie Lagerspiele, Nachtwanderungen und Schnitzeljagten finden als geschlossene Gruppe statt. Es bildet sich in den meisten Fällen ein Gruppenzusammenhalt, der dem eines nicht-integrativen Lagers in nichts nachsteht. Wichtig ist diese Erkenntnis der Kinder aber nicht nur auf dem Zeltlager, sondern für das gesamte Leben.